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Palli-WL

Palliative Versorgung an der Nahtstelle von AAPV und SAPV in Westfalen-Lippe – eine qualitative Analyse bei Hausärzten und Betroffenen

Die Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase wird im Rahmen der Primärversorgung durch Ärzte, Pflegende, Ehrenamtliche und weitere Berufsgruppen einer allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) und durch eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) gewährleistet, wobei die Hausärzte eine zentrale Rolle in diesem Versorgungsnetz einnehmen.  Da in Westfalen-Lippe (WL) besondere palliativmedizinische Versorgungsstrukturen wie auch besondere Qualifikationsanforderungen für (Haus-)Arzt*innen vorliegen, die sich von anderen Regionen stark unterscheiden, ist es nötig die aktuelle Versorgungssituation, deren Strukturen und Inhalte an der Nahtstelle von AAPV und SAPV in Westfalen-Lippe zu erforschen. 

Das Vorhaben ist als Mixed-Methods-Studie angelegt, die von der Abteilung für Allgemeinmedizin an der Ruhr-Universität Bochum (AM RUB) und dem Institut für Allgemeinmedizin im Universitätsklinikum Jena durchgeführt wird. Ziel ist die Exploration der spezifischen Merkmale der regionalen palliativen Versorgung in WL, um daraus Handlungsempfehlungen ableiten zu können, die zu einer besseren Versorgung der Betroffenen führen sollen. Methodisch kann dies durch die Zusammenführung (Triangulation) vorhandener Routinedaten aus der Versorgung in Westfalen-Lippe (quantitativer Part) mit vertiefenden Interviews vor Ort passieren (qualitativer Part).

Qualitative Interviews mit Hausärzt*innen sowie Patient*innen und Angehörigen werden durch Mitarbeiter*innen der Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität-Bochum (AM RUB) durchgeführt und auswertet. Hierzu werden zunächst literaturbasiert Leitfäden entwickelt. Anschließend werden interessierte Hausärzt*innen sowie Patient*innen und Angehörige rekrutiert und interviewt. Die transkribierten Interviews sind dann inhaltsanalytisch auszuwerten.

Mitarbeiter*innen des Instituts für Allgemeinmedizin aus Jena sollen in Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen aus Bochum (AM RUB) und mit Hilfe einer im Innofonds-Projekt SAVOIR erstellten Datenbank vertiefte, regionale Auswertungen zu Westfalen-Lippe durchführen (Prof. Vollmar ist als ehemaliger kommissarischer Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an diesem Projekt beteiligt). So soll 1. eine retrospektive Untersuchung der sekundären patientenbezogenen Daten – und 2. eine Datenerhebung auf der Basis einer schriftlichen Befragung von Hausärzt*innen und hausärztlich tätiger Internist*innen erarbeitet werden.

Triangulation: In einem letzten Schritt werden die qualitativen und quantitativen Daten durch ein interdisziplinäres Team mit hausärztlicher Perspektive „gematcht“.  So können die spezifischen Abläufe dieser Versorgung, Umgangsweisen und Bedürfnisse einerseits der Hausärzt*innen, andererseits die der Patient*innen und deren Angehörigen identifiziert und entsprechende Empfehlungen abgeleitet werden.

Die Ergebnisse sollen in insgesamt 3-5 wissenschaftlichen Veröffentlichungen festgehalten werden.

Förderkennzeichen

Ethik-Antrag

gestellt: 14.09.2021
Ethikvotum: 21-7366, 22.12.2021

Projektträger

Förderverein Lukas Hospiz Herne e.V.

Projektlaufzeit

1,5 Jahre
01.02.2022 – 31.07.2023

Verlängert bis 30.08.2024

Ansprechpartner*innen

Projektleitung

Dr. rer. medic. Nino Chikhradze

Projektmitarbeiter*innen

Kooperationspartner*innen

  • Dr. rer. pol. Antje Freytag, Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena
  • Dr. med. Kathleen Stichling, Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Jena

Assoziierte Partner*innen

Konsortialführung

  • Dr. rer. medic. Nino Chikhradze, Abteilung für Allgemeinmedizin